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Promoted Listings: Lohnt sich eBay-Werbung?

Anzeigen Standard vs. Advanced – wir vergleichen die Werbeformate, erklären das neue Attributionsmodell und zeigen, wann sich eBay-Werbung wirklich auszahlt.

20. Februar 20268 Min. Lesezeit
NEU: Seit Februar 2025 gilt auf eBay.de ein neues Abrechnungsmodell für die Basis-Strategie, das die Werbekosten vieler Verkäufer spürbar erhöht hat. Alle Details zu den Änderungen und Tipps zur Kostenkontrolle findest du in diesem Artikel.

Was sind Promoted Listings?

Mit Promoted Listings kannst du deine eBay-Angebote gegen eine Gebühr in den Suchergebnissen hervorheben. Beworbene Artikel erscheinen an prominenten Positionen – in der Suche, auf Produktseiten und in Empfehlungen. Das Ziel: mehr Sichtbarkeit, mehr Klicks, mehr Verkäufe.

eBay bietet zwei grundlegend verschiedene Werbeformate an, die sich in Abrechnungsmodell, Platzierung und Kontrolle unterscheiden:

Basis-Strategie
(ehem. Anzeigen Standard)
Premium-Strategie
(ehem. Anzeigen Advanced)
AbrechnungsmodellCost-per-Sale (CPS)Cost-per-Click (CPC)
Kosten% des Verkaufspreises (frei wählbar)Ab 0,20 € pro Klick
Wann zahlst du?Nur bei Verkauf (nach Klick)Bei jedem Klick
Keyword-TargetingNein (automatisch)Ja (manuell + Smart Targeting)
TagesbudgetNicht nötigAb 1 € / Tag
RisikoGering (kein Verkauf = keine Kosten)Mittel (Kosten auch ohne Verkauf)
PlatzierungSuchergebnisse, ProduktseitenExklusiver Top-Slot in der Suche
Geeignet fürBreites Sortiment, EinsteigerGezielte Kampagnen, Profis

eBay Promoted Listings im Vergleich

Basis-Strategie vs. Premium-Strategie – Welches Werbeformat passt zu dir?

Basis-Strategie
ehem. Anzeigen Standard
Cost-per-Sale (CPS)
Risiko: Gering
Zahlung nur bei Verkauf
Kein Budget nötig
Organisches Ranking
Ideal für Einsteiger
Premium-Strategie
ehem. Anzeigen Advanced
Cost-per-Click (CPC)
Risiko: Mittel
Zahlung pro Klick
Tagesbudget ab 1 €
Exklusiver Top-Slot
Ideal für Profis
eBay Promoted Listings Vergleich: Basis-Strategie (Cost-per-Sale) vs. Premium-Strategie (Cost-per-Click) – Unterschiede bei Kosten, Risiko, Budget und Platzierung

Basis-Strategie (Cost-per-Sale)
(ehem. Anzeigen Standard)

Die Basis-Strategie ist das einfachere der beiden Formate und für die meisten Verkäufer der Einstieg in die eBay-Werbung. Du wählst einen prozentualen Anzeigensatz auf den Verkaufspreis. Die Werbegebühr wird nur fällig, wenn ein Käufer auf deine beworbene Anzeige klickt und den Artikel anschließend kauft.

So funktioniert es

  1. Du wählst die Artikel aus, die du bewerben möchtest.
  2. Du legst einen Anzeigensatz fest (eBay schlägt einen Wert vor).
  3. Deine Artikel erscheinen an hervorgehobenen Positionen in den Suchergebnissen.
  4. Nur wenn ein Verkauf über die Anzeige zustande kommt, zahlst du die Werbegebühr.

Empfohlener Anzeigensatz

eBay schlägt dir beim Erstellen einer Kampagne einen Anzeigensatz vor. Es lohnt sich jedoch, zunächst niedrig einzusteigen und den Wert schrittweise anzupassen:

  • Starte niedrig und beobachte die Ergebnisse über 7–14 Tage.
  • Erhöhe schrittweise, wenn die Sichtbarkeit nicht ausreicht.
  • Berechne vorher deine Marge: Je höher dein Anzeigensatz, desto stärker schrumpft dein Gewinn pro Verkauf.
Rechenbeispiel: Du verkaufst ein Produkt für 50 € mit einem Anzeigensatz von 5 %. Wenn der Käufer über deine Anzeige kauft, zahlst du 2,50 € Werbegebühr – zusätzlich zu den regulären eBay-Verkaufsgebühren.

Wichtige Änderung: Neues Abrechnungsmodell (Attribution)

Seit Februar 2025 gilt auf eBay.de ein neues Abrechnungsmodell für die Basis-Strategie, das die Werbekosten vieler Verkäufer spürbar erhöht hat. Dieses neue System zur Zuordnung von Werbeklicks (die sogenannte Attribution) ändert grundlegend, wofür eBay eine Provision berechnet.

Vorher: Die Werbegebühr wurde nur fällig, wenn derselbe Käufer, der auf deine Anzeige geklickt hat, den Artikel auch kaufte.

Jetzt: Die Werbegebühr wird fällig, wenn irgendein Käufer den beworbenen Artikel innerhalb von 30 Tagen nach irgendeinem Klick auf die Anzeige kauft – unabhängig davon, ob es derselbe Käufer war.

Konkret: Wenn Käufer A am 1. März auf deine Anzeige klickt, aber nicht kauft, und Käufer B den Artikel am 15. März über die normale Suche (ohne Klick auf die Anzeige) kauft, zahlst du trotzdem die Werbegebühr.

In der Praxis kann das dazu führen, dass für einen deutlich höheren Anteil deiner Verkäufe Werbegebühren anfallen – auch wenn sich an deinen tatsächlichen Verkaufszahlen nichts ändert.

So rechnet eBay deine Werbekosten ab

Neues Abrechnungsmodell seit Februar 2025 auf eBay.de

1
Klick auf Anzeige
Ein potenzieller Kunde klickt auf deine beworbene Anzeige in den Suchergebnissen. eBay registriert diesen Klick sofort für die spätere Zuordnung der Werbekosten, unabhängig davon, ob genau dieser Nutzer am Ende auch tatsächlich bei dir kauft.
2
30
30-Tage-Fenster
Ab dem ersten Klick bleibt die Werbe-Zuordnung für volle 30 Tage im System aktiv. In dieser Zeitspanne merkt sich eBay das Interesse an deinem beworbenen Artikel, während Käufer eventuell noch Preise vergleichen oder andere Angebote prüfen.
3
Gebühr bei Verkauf
Verkaufst du den Artikel innerhalb dieser 30 Tage, fällt die Werbegebühr an. Dies gilt auch dann, wenn der finale Kauf rein organisch über die normale Suche erfolgt und der Käufer die Anzeige für den Bestellvorgang gar nicht genutzt hat.
eBay Werbekosten-Zuordnung erklärt: Klick auf Anzeige, 30-Tage-Fenster, Gebühr bei Verkauf – auch ohne erneuten Klick auf die Anzeige
Bei Artikeln mit kleiner Marge solltest du seit der Änderung der Abrechnungslogik genau prüfen, ob sich die Basis-Strategie noch lohnt. Nutze den Profit-Kalkulator, um deine Gesamtkosten inklusive Werbegebühr zu berechnen.

Premium-Strategie (Cost-per-Click)
(ehem. Anzeigen Advanced)

Die Premium-Strategie ist das professionellere Werbeformat. Es bietet mehr Kontrolle, arbeitet mit einem Cost-per-Click-Modell und gibt dir Zugang zum exklusiven Top-Anzeigenplatz in den Suchergebnissen.

Funktionsweise

  • Du legst Keywords fest, für die dein Artikel angezeigt werden soll.
  • Du setzt ein maximales CPC-Gebot pro Keyword (ab 0,20 € pro Klick).
  • Du definierst ein Tagesbudget (ab 1 € pro Tag).
  • Die tatsächlichen Klickkosten werden per Zweitpreis-Auktion bestimmt – du zahlst oft weniger als dein maximales Gebot.

Keyword-Targeting

Die Premium-Strategie bietet zwei Targeting-Optionen:

  • Smart Targeting: eBay übernimmt die Keyword-Auswahl automatisch. Du setzt nur ein maximales CPC-Gebot.
  • Manuelles Targeting: Du wählst Keywords selbst, legst individuelle Gebote pro Keyword fest und kannst negative Keywords definieren, um irrelevante Suchanfragen auszuschließen.

Exklusiver Top-Slot

Seit Februar 2025 ist der oberste Anzeigenplatz in den eBay-Suchergebnissen exklusiv für die Premium-Strategie reserviert. Die Basis-Strategie erscheint dort nicht mehr. Das macht die Premium-Strategie besonders wertvoll in wettbewerbsintensiven Kategorien, wo die erste Position entscheidend sein kann.

Für welche Artikel lohnt sich Werbung?

Nicht jeder Artikel profitiert gleich von Promoted Listings. Bewerbe gezielt:

  • Artikel mit hoher Marge – Die Werbegebühr muss im Gewinn Platz haben.
  • Neue Listings – Frische Angebote haben noch keine organische Reichweite.
  • Multi-Quantity-Artikel – Die Werbekosten verteilen sich auf viele Verkäufe.
  • Wettbewerbsintensive Kategorien – Wo viele Verkäufer um die gleichen Käufer konkurrieren.
  • Saisonale Artikel – Zeitlich begrenzte Nachfrage erfordert schnelle Sichtbarkeit.

Nicht empfehlenswert ist Werbung für Artikel mit sehr kleiner Marge, langsam drehende Nischenprodukte (die ohnehin kaum Konkurrenz haben) oder Einzelstücke mit niedrigem Verkaufspreis.

Kosten kontrollieren: 5 praktische Tipps

  • Starte niedrig, optimiere schrittweise: Beginne mit 2 – 3 % bei der Basis-Strategie und beobachte die Performance über mindestens 7 Tage.
  • Berechne deine Marge: Trage deine Werbekosten im Profit-Kalkulator ein und prüfe, ob du noch profitabel verkaufst.
  • Nutze Tagesbudgets bei der Premium-Strategie: Setze ein maximales Tagesbudget, um die Kosten zu deckeln. Starte mit 2 – 5 € pro Tag und skaliere nach Ergebnissen.
  • Prüfe die Zuordnung regelmäßig: Kontrolliere im Seller Hub, wie viele deiner Verkäufe über die Werbung abgerechnet werden und passe deine Gebote oder Budgets an.
  • Optimiere zuerst dein Listing: Promoted Listings verstärken die Qualität deines Angebots – schlechte Fotos, fehlende Merkmale oder schwache Titel werden durch Werbung nicht besser.
Nutze den Listing-Builder, um professionelle eBay-Listings mit optimierten Titeln, Bildern und Beschreibungen zu erstellen – kostenlos und ohne Programmierkenntnisse.

Fazit

Promoted Listings können ein effektives Werkzeug sein, um deine Verkäufe auf eBay zu steigern – wenn du sie richtig einsetzt. Die Basis-Strategie eignet sich als risikoarmer Einstieg, da du nur bei Verkauf zahlst. Die Premium-Strategie bietet mehr Kontrolle und den begehrten Top-Platz in der Suche, erfordert aber aktives Budget-Management.

Seit dem neuen Abrechnungsmodell (Februar 2025) ist es wichtiger denn je, die Kosten im Auge zu behalten. Wer seine Kampagnen nicht optimiert, zahlt oft drauf. Nutze daher unsere Tools, um profitabel zu bleiben.

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