NEU: eBay ändert zum 1. Juli 2026 die Gebührenstruktur für gewerbliche Verkäufer grundlegend. In ausgewählten Kategorien entfällt die bisherige Staffelung der Verkaufsprovision. Gleichzeitig sinkt die Provision für gebrauchte und refurbished Artikel auf einheitlich 5 %. Dieser Artikel zeigt, was sich konkret ändert und was das für deine Kalkulation bedeutet.
Was ändert sich zum 1. Juli 2026?
eBay nimmt drei zentrale Anpassungen vor, die sich grundlegend von der bisherigen Gebührenlogik unterscheiden. Die Änderungen gelten für gewerbliche Verkäufer und betreffen sowohl neue als auch bestehende Angebote.
Zwei Begriffe, die du im Folgenden immer wieder lesen wirst:
Staffelung bedeutet, dass die Provision in mehreren Stufen berechnet wird. Bisher galt zum Beispiel bei Computern: 6,5 % auf den Verkaufspreis bis 990 €, darüber nur noch 3 %. Bei einem Verkauf für 1.500 € wurden also unterschiedliche Sätze auf zwei Teilbeträge angewendet.
Re-Commerce bezeichnet den Wiederverkauf von Produkten, die nicht fabrikneu sind. Dazu zählen gebrauchte Artikel, generalüberholte Geräte (refurbished) und unverpackte Restposten.
eBay begründet die Reform mit Investitionen in Re-Commerce, Live-Shopping und Privatverkäufe, die laut Marktplatzbetreiber zu den strategischen Wachstumsfeldern gehören. Für Händler von Neuware in ausgewählten Kategorien bedeutet das in vielen Fällen höhere Provisionen.
eBay Gebühren-Reform 2026
Drei zentrale Änderungen ab 1. Juli 2026
Gültig ab 1. Juli 2026

1. Staffelung entfällt, einheitliche Sätze pro Kategorie
In rund der Hälfte aller eBay-Kategorien fällt die bisherige Provisionsstaffelung weg. In 43 Kategorien gilt künftig kein zweistufiger Tarif mehr.
Stattdessen wird die variable Provision auf einen einheitlichen Prozentsatz pro Kategorie umgestellt, der auf den gesamten Verkaufspreis berechnet wird. Je nach Kategorie liegt dieser Satz zwischen 7 % und 14 %.
Der entscheidende Effekt: Für hochpreisige Artikel ist das eine spürbare Verteuerung, weil der bisher günstige 3-%-Satz für den Anteil oberhalb von 990 € wegfällt.
Rechenbeispiel: Ein Notebook wird für 1.500 € verkauft (Kategorie: Computer, Neuware). Bisher zahlst du 6,5 % auf die ersten 990 € (64,35 €) plus 3 % auf die restlichen 510 € (15,30 €), also insgesamt 79,65 € Provision. Ab dem 1. Juli 2026 zahlst du 7 % auf den gesamten Betrag, also 105,00 € Provision. Das sind 25,35 € mehr pro Verkauf, eine Erhöhung von rund 32 %.
2. Re-Commerce-Provision: 5 % für gebrauchte und refurbished Artikel
In genau denselben Kategorien sinkt die Provision für Re-Commerce-Artikel auf einheitlich 5 %. Damit setzt eBay einen finanziellen Anreiz für den Verkauf gebrauchter und aufbereiteter Produkte.
Folgende Artikelzustände gelten als Re-Commerce und profitieren vom 5 %-Satz:
- Neu: Sonstige
- Zertifiziert / Hervorragend / Sehr gut / Gut – Refurbished
- Vom Verkäufer generalüberholt
- Gebraucht
- Gebraucht – Hervorragend / Gut / Akzeptabel
Bemerkenswert: Auch der Zustand „Neu: Sonstige" zählt zu Re-Commerce. Wer also unverpackte Restposten oder Auspacker-Artikel anbietet, fällt ebenfalls unter den 5 %-Satz.
Rechenbeispiel: Ein gebrauchtes Notebook wird ebenfalls für 1.500 € verkauft. Bisher griff dieselbe gestaffelte Berechnung wie für Neuware: 6,5 % auf 990 € und 3 % auf 510 €, insgesamt 79,65 €. Ab dem 1. Juli 2026 zahlst du nur noch 5 % auf den gesamten Betrag, also 75,00 €. Die Ersparnis pro Verkauf beträgt 4,65 €. In Kategorien mit höherem Standardsatz und bei teureren Artikeln wird der Unterschied deutlich größer.
Auswirkung auf deinen Gewinn
💻 Notebook, Verkaufspreis: 1.500 €
3. Servicestatus-Effekt: erhöhte Provision bei schlechten Bewertungen
Für Verkäufer mit Servicestatus „Unterdurchschnittlich" oder mit einem sehr hohen Anteil an Rückgabeanfragen wegen nicht wie beschriebener Artikel gilt weiterhin eine abweichende, erhöhte Verkaufsprovision.
Neu ab dem 1. Juli 2026: Besteht dieser Status über vier aufeinanderfolgende Monate, erhöht sich die abweichende Provision um einen weiteren Prozentpunkt, und zwar in allen eBay-Kategorien, nicht nur in den Reform-Kategorien.
Wichtig dabei: Servicestatus und Rückgabe-Anteil sind zwei getrennte Bewertungssysteme. Du kannst auf eBay als Verkäufer den Status „Überdurchschnittlich" haben und trotzdem von der Rückgaben-Erhöhung betroffen sein, und umgekehrt.
Übersicht: Welche Kategorien sind betroffen?
Etwa 43 von 80 Kategorien sind von der Strukturreform betroffen. Hier die wichtigsten:
| Kategorie | Februar 2026 | Juli 2026 (Neuware) | Juli 2026 (Re-Commerce) |
|---|---|---|---|
| Computer, Tablets & Netzwerk | 6,5 % bis 990 €, darüber 3 % | 7 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Foto & Camcorder | 6,5 % bis 990 €, darüber 3 % | 7 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| TV, Video & Audio | 6,5 % bis 990 €, darüber 3 % | 7 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Haushaltsgeräte | 6,5 % bis 990 €, darüber 3 % | 7 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Handy-Zubehör | 11 % bis 990 €, darüber 3 % | 12 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Garten & Terrasse | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 13 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Heimwerker | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 13 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Sport | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 14 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Baby | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 14 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Möbel & Wohnen | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 14 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Haustierbedarf | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 14 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
| Business & Industrie | 12 % bis 990 €, darüber 3 % | 14 % (einheitlich) | 5 % (einheitlich) |
In der anderen Hälfte der Kategorien bleibt die bisherige Staffelung erhalten. Hier ändert sich zum 1. Juli 2026 nichts:
| Kategorie | Provision (unverändert) |
|---|---|
| Kleidung & Accessoires | 12 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Uhren & Schmuck | 16 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Bücher | 12 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Filme | 12 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Musik | 12 % bis 990 €, darüber 3 % |
| PC- & Videospiele | 12 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Auto & Motorrad: Teile & Ersatzteile | 12 % bis 990 €, darüber 3 % |
| Trading Cards | 11 % bis 990 €, darüber 3 % |
Eine vollständige Übersicht aller Provisionssätze findest du in der offiziellen eBay-Gebührentabelle.
Was bedeuten die Änderungen für dich?
Die Auswirkungen hängen stark davon ab, was du verkaufst, in welcher Preisklasse und in welcher Kategorie:
- Neuware-Verkäufer in den Reform-Kategorien zahlen in den meisten Fällen mehr, besonders bei hochpreisigen Artikeln über 990 €, wo bisher der günstige 3-%-Satz galt.
- Re-Commerce-Verkäufer (gebrauchte, refurbished, B-Ware) profitieren deutlich. In Kategorien mit hohem Standardsatz wie Sport, Möbel oder Baby kann die Ersparnis bei einem hochpreisigen Artikel mehrere zehn Euro betragen.
- Verkäufer in nicht betroffenen Kategorien (Kleidung, Schmuck, Medien, Auto-Teile etc.) sind von der Strukturreform gar nicht betroffen. Hier gelten die bisherigen Provisionen unverändert weiter.
- Verkäufer mit kritischem Servicestatus sollten besonders aufpassen. Die +1-Prozentpunkt-Erhöhung nach 4 Monaten kann bei hochpreisigen Artikeln einen erheblichen Unterschied machen.
Worauf du dich jetzt vorbereiten solltest
Auch wenn die Änderung erst zum 1. Juli 2026 greift, lohnt sich frühe Vorbereitung:
- Kalkulation prüfen: Berechne deine aktuellen Bestseller mit den neuen Sätzen durch. Behalten sie ihre Marge? Musst du Preise anpassen?
- Sortiments-Strategie überdenken: Wenn du sowohl Neuware als auch gebrauchte Artikel verkaufst, lohnt ein Blick auf die Mischkalkulation. Re-Commerce-Artikel werden in den Reform-Kategorien deutlich profitabler.
- Servicestatus überwachen: Schau regelmäßig im Verkäufer-Cockpit nach deinem aktuellen und erwarteten Servicestatus. Eine drohende Verschlechterung kannst du oft noch abwenden.
- Re-Commerce-Zustände kennen: Stelle sicher, dass deine Artikelzustände korrekt deklariert sind. Auch „Neu: Sonstige" und alle Refurbished-Klassen profitieren vom 5 %-Satz, wer hier falsch klassifiziert, verschenkt potenzielle Ersparnisse.
Bezug zur letzten Gebührenänderung im Februar
Erst vor wenigen Monaten, am 12. Februar 2026, hatte eBay bereits Gebührenanpassungen vorgenommen: höhere feste Bestellgebühr, höhere variable Provision über dem Grenzwert (von 2 % auf 3 %) und Erhöhungen in mehreren Kategorien.
Die Juli-Reform geht in eine andere Richtung. Während die Februar-Änderungen punktuelle Erhöhungen waren, ist die Juli-Reform ein struktureller Umbau des Gebührenmodells. Mehr Details zur Februar-Änderung findest du im Artikel eBay Gebühren 2026, der komplette Überblick.
Fazit
Die eBay-Reform zum 1. Juli 2026 ist mehr als eine reine Gebührenerhöhung. Sie verschiebt die Anreize: Re-Commerce wird belohnt, hochpreisige Neuware in ausgewählten Kategorien wird teurer. Für viele Händler bedeutet das, ihre Kalkulation und Sortiments-Strategie neu zu denken.
Wer früh kalkuliert, weiß genau, welche Artikel ab Juli noch Marge bringen und wo Preisanpassungen nötig sind. Tools wie der repicks Profit-Kalkulator helfen dabei, die Auswirkungen konkret zu beziffern und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Am Ende zählt nicht der Umsatz, sondern der Gewinn, der nach allen Gebühren übrig bleibt.
Stand: Juni 2026. Preise und Konditionen können sich ändern. Aktuelle Details auf eBay.
